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Freie Wähler wehren sich gegen die CSU

Zeitungsbericht vom 06. Dezember 2006

Von wegen Hauptschule schlecht geredet

LANDKREIS KITZINGEN Die Kreuz-und Quer-Aussagen aus CSU-Kreisen zur Zukunft der Hauptschulen haben bei den Freien Wählern im Landkreis Kitzingen einiges an Erstaunen ausgelöst. Unerklärlich ist für sie laut Presseschreiben vor allem, dass der Untersambacher CSU-Landtagsabgeordnete Otto Hünnerkopf den Freien vorwarf, die Hauptschule schlecht zu reden, Kultusminister Siegfried Schneider - wohl wegen Defiziten - dagegen eine Reform für dringend nötig hält.

Trotz aller Gegensätze in der CSU: Die Freien Wähler seien schon froh, dass es überhaupt zu einer Diskussion gekommen sei, heißt es in der FW-Pressemitteilung. Schließlich habe schon auf dem Augsburger Parteitag der CSU ein Papier kursiert, das die mögliche Abschaffung der Hauptschule in Bayern zum Inhalt gehabt habe.

Als das von den Landtags-Grünen ins Licht der Öffentlichkeit gebrachte Papier für Aufsehen sorgte, ging Kultusminister Schneider in die Offensive. Er kündigte unter anderem ein freiwilliges 10. Schuljahr an und versprach eine Vermehrung der Stunden zur individuellen Förderung in der Hauptschule. Dies bedeute mehr Lehrer, eine Forderung der Freien Wähler, die in einer Resolution schon 2002 erhoben wurde, so das FW-Schreiben.

Bestätigt in ihrem Engagememt für die Hauptschulen sehen sich die Freien Wähler auch durch eine Aussage des Kultusministers im Würzburg Presseclub, über ein Jahrzehnt habe man die Stärkung der Hauptschule verschlafen. Mit "man" sei ja wohl die CSU gemeint, die die Regierungsverantwortung trug und trägt.

Unverantwortlich seien vor diesem Hintergrund in der Bildungspolitik nicht die Forderungen der Freien Wähler, sondern Meldungen aus dem Finanzministerium, die der Bayerische Rundfunk verbreitet habe. So stehe zwar durch Steuermehreinnahmen mehr Geld zur Verfügung, das aber Finanzminister Kurt Faltlhauser  e r s t  2008 in ein "großes Finanzpaket für Kinder, Jugend und Bildung" investieren wolle - im Jahre der Landtagswahlen also. "Ein Schelm, wer Böses dabei denkt", schreiben die Freien im Landkreis.

MAIN POST, Ausgabe 06.12.06

Vom Redaktionsmitglied

HARALD MEYER