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Wer wählte was warum

An wen hat die CSU ihre Wähler verloren? Aus welchen Gründen kehrten viele überzeugte Anhänger der Partei den Rücken. Warum hat die SPD von den katastrophalen Verlusten nicht profitiert, und was macht die Freien Wähler für viele Bayern so anziehend? Eine Analyse über das Verhalten der Wähler, basiernd auf den Daten von Infratest dimap.

Die Themen, die die Wähler in Bayern am meisten beschäftigten, waren wirtschaftliche Fragen und die soziale Gerechtigkeit. An dritter Stelle rangierte die Bildungspolitik. Obwohl die wirtschaftliche Lage des Freistaats sehr gut ist, konnte die regierende CSU davon nicht profitieren. Die Wähler bescheinigen der Partei zwar immer noch eine hohe Wirtschaftskompetenz. Aber viele hatten das Gefühl, sie profitierten nicht vom Aufschwung.

Die SPD allerdings konnte vom Niedergang der CSU nicht profitieren: Ihre Wähler stellten zwar vor allem die Gerechtigkeitsfrage in den Mittelpunkt ihrer Entscheidung, dennoch verloren die Sozialdemokraten noch einmal gegenüber der Landtagswahl 2003. Ganz im Gegensatz zu den Freien Wählern, die punkteten vor allem mit Gerechtigkeitsthemen: Viele unzufriedene ehemalige CSU-Wähler gingen nicht zur SPD, sondern gaben den Freien Wählern ihre Stimme. Wie keine andere Partei schließlich setzte die Linkspartei auf das Thema Soziale Gerechtigkeit, schaffte jedoch den Einzug in den Landtag nicht.

Spitzenkandidaten zogen nicht

Inhaltliche Fragen lockten die Wähler in diesem Jahr deutlich stärker an die Urnen als die Spitzenkadidaten. Die Blässe des Führungspersonals schadete besonders der CSU. Motivierte Edmund Stoiber 2003 noch gut jeden dritten CSU-Wähler zur Stimmabgabe, konnte Günther Beckstein nur 21 Prozent überzeugen. Auch für die SPD-Wählerschaft standen inhaltlichen Aspekte im Mittelpunkt: Wegen Spitzenkandidat Franz Maget entschied sich, ähnlich wie bei der Landtagswahl 2003, nur jeder fünfte für die SPD.

Volksparteien erreichen Klientel nicht mehr

Die CSU verlor besonders viele Stimmen an die Freien Wähler und die FDP, allerdings gingen auch viele ihrer Anhänger gar nicht erst an die Urnen. Von den landesweit zweistelligen Verlusten der CSU sind alle Alters- und Bevölkerungsgruppen betroffen: Besonders hoch verloren die Christsozialen bei den jungen Wählern, Arbeitern, Selbständigen und Angestellten. Ihre absolute Mehrheit konnte sie allein bei den über 60-Jährigen und bei Wählern mit eher geringem Bildungsgrad verteidigen. Am schwächsten schnitt sie bei den Berufstätigen zwischen 35 und 44 ab. Deutlich unter dem Landesergebnis blieb die CSU auch bei Beamten und Angestellten.

Die Sozialdemokraten verharren auf dem niedrigen Stand von 2003. Sie konnte zwar Wähler von der CSU überzeugen, verlor aber gleichzeitig an Linkspartei und Freie Wähler. Dort, wo sie 2003 ihre stärksten Einbußen hinzunehmen hatte, bei den Arbeitslosen, konnte die SPD zwar deutlich zulegen - ohne jedoch ihre frühere Stärke bei dieser Klientel zu erreichen

Die Freien Wähler sind die Überraschung dieser Wahl. Sie verbuchten mit Ausnahme der Arbeitslosen in allen Bevölkerungsgruppen klare Zuwächse. Hohe Zugewinne erzielten sie insbesondere bei Arbeitern, Beamten, sowie bei berufstätigen Wählern zwischen 35 und 44. Über dem Landesergebnis lagen ihre Ergebnisse bei Arbeitern und Landwirten. Etwas schwächer schnitten sie bei Arbeitslosen und Rentnern sowie Wählern mit Abitur ab.

FDP und Grüne punkten

Auch die Liberalen konnten starke Zuwächse verzeichnen und wieder in den bayerischen Landtag einziehen. Sie verbesserten ihr Ergebnis in allen Bevölkerungsgruppen, besonders bei den 25- bis 34-Jährigen und den Selbständigen. Männer entscheiden sich eher für die Liberalen als Frauen. Traditionell schlecht schnitt die FDP bei Arbeitslosen und Arbeitern sowie Wählern mit geringerem Bildungsabschluss ab.

Ähnlich wie die Liberalen punkteten die Grünen bei Angestellten und Selbständigen sowie bei den besser Gebildeteten. Im Unterschied zur FDP entschieden sich mehr Frauen als Männer für die Grünen. Die erstmals angetretene Linkspartei profitierte von der Schwäche der CSU in der Gruppe der 45- bis 59-Jährigen. Es gelang ihr auch in Bayern, in klassisch SPD-nahe Wählergruppen einzudringen, so zum Beispiel bei Arbeitslosen, Arbeitern und Gewerkschaftsmitgliedern.

Quelle: tagesschau.de